Das WesenRagdollDaisy, meine Ragdoll

Ein dickes Fell und wahre Größe

Die Ragdoll ist der Hund unter den Katzen: sie sucht immer die Nähe ihres Menschen, liegt ihm brav zu Füßen macht richtiggehend „Platz“, wenn Herrchen es von ihr will. Mit stoischer Ruhe lässt sie sich kämmen, ohne Protest darf man sie von ihrem Lieblingsplatz woanders hinsetzen, ohne Murren fährt sie im Auto mit. Wie eine „Lumpenpuppe“ – englisch: „Ragdoll“ – lässt sie sich herumtragen. So blieb ihr dieser Name. Gerade an dem typischen Sanftmut der ersten Tiere erkennt man sie auch heute. Rein optisch sind einige der Tiere mit etwas zu groß geratenen Birma-Katzen zu verwechseln. Groß sind vor allem die Kater. Bis zu

8 Kilo wiegt ein schlankes Tier, ähnlich wie ein Maine-Coon-Kater. Der Ragdoll-Charakter  aber ist einzigartig. Der Grund dafür ist, dass die Ragdoll immer sehr rein gezüchtet wurde, vor allem aus Geschäfts-Interessen. Ihre Schöpferin Ann Baker ließ ihre „Lumpenpuppen“ richtig patentieren. Nur solche Katzen sollten echte Ragdolls sein, die einen der wenigen von ihr (gegen viel Geld!) zugelassenen Kater zum Vater hätten. Extreme Innenzucht war die Folge. Die Ragdolls in Europa stammen jedoch zum größten Teil vom einzigen Ragdoll-Zuchtpaar ab, das nicht unter die Knebel-Bestimmungen der Ann Baker fiel, nämlich dem Paar von Danny Dyton. Auch diese Ragdoll-Linie wurde rein gezüchtet, jedoch unter Vermeidung von extremer Inzucht.

Die Haltung

Gern daheim, nicht gern allein

Kamm und Kuschelplatz. Diese beiden Dinge dürfen in keiner Ragdoll-Wohnung fehlen. Sehr viel mehr „Extras“ brauchen diese Gemütskatzen auch nicht. Sie lieben wie alle Katzen hohe Aussichtsplätze. Dort sitzen sie am liebsten im Pulk und schauen sich aus ihren himmelblauen, ehrlichen Augen das Familienleben von oben an. Selbst daran teilnehmen tun sie besonders in ihren ausgeflippten fünf Minuten. Dann jagen diese Katzen-Kolosse wieselflink durch die Wohnung, gefährden Bodenvasen und verblüffen Besucher. Ihnen kommen Ragdolls ohne Scheu entgegen und inspizieren neugierig alle Taschen. Nach draußen drängen Ragdolls weniger. Sie sind glücklich in der Wohnung und vertragen sich ausgezeichnet mit anderen Katzen, mit Hunden und mit Kindern. Gibt es dennoch einmal Streit, hört man nicht viel. Denn die Stimme der Ragdoll ist sehr leise, ungewöhnlich für diene solche Riesen-Katze. Aber so leicht bringt sie nichts aus der Ruhe, nicht einmal der Trubel bei Ausstellungen.

Die Herkunft

Eine Katze, die Unmögliches möglich macht

Die Entstehung der Ragdolls klingt unglaublich. Erfunden hat sie die Schöpferin der Rasse, Ann Baker aus den USA. Sie erzählt, ihre Josephine, eine weiße Angora, habe bei einem Autounfall einen Teil ihres Hirns eingebüßt und sei danach besonders sanftmütig geworden. Diese Eigenschaft hätten schließlich ihre nachkommen geerbt, die praktisch schon mit dem Hirnschaden auf die Welt gekommen sein sollen. Erworbene Körperdefekte vererben sich jedoch nicht. Man kann ja einem Boxer auch nicht die Ohren kupieren und erwarten, seine Jungen kämen deshalb schon kupiert zur Welt. So ist die auffällige Sanftmut der Ragdolls einfach auf ein Zusammentreffen zweier besonders ruhiger Katzen zurückzuführen, nämlich

der Josephine und ihres Gatten, einem Birmakater. Und der muß auch noch ein großer, behäbiger gewesen sein. Wie hätte sonst eine so imposante Nachkommenschaft die Folge sein können?

Die Geschichte der Ragdoll

Die Geschichte der Ragdoll könnte mit "Es war einmal …" beginnen, denn die Entstehung dieser attraktiven und äußerst liebenswerten Rasse basiert auf einem (Ammen)märchen. Anfang der 60iger Jahre lebte eine weiße, angoraähnliche Katze - die Josephine genannt wurde - in Riverside, im sonnigen Kalifornien. Diese Josephine war Freigänger und hatte schon einige Würfe gehabt. Eines Tages - Josephine war tragend - wurde sie von einem Auto angefahren und schwer verletzt. Josephine überlebte den schlimmen Unfall und brachte trotzdem einen gesunden Wurf zur Welt. Die Kitten dieses Wurfes sollen anders gewesen sein, als die ihrer vorherigen Würfe. Die Babys waren nach dem Unfall angeblich bedeutend größer und hatten ein ganz besonders liebes Wesen. Ann Baker, eine Nachbarin von Josephine’s Besitzerin, fiel das auf und sie fragte, ob sie Kitten aus diesem Wurf haben könnte. Sie bekam zwei Kitten, und weil diese ihren Angaben zufolge außergewöhnlich im Charakter waren, dachte sie sich, daß man mit diesem Pärchen eine "neue Rasse" ins Leben rufen könnte.
An Publicity sollte es nicht mangeln, weshalb Ann Baker viel Propaganda mit atemberaubenden Stories machte. Geschäftstüchtig und schlau, tüftelte sie die Geschichte der neuen Rasse aus. Sie gab ihr den Namen Ragdoll, was soviel bedeutet wie Lumpenpuppe oder Stoffpuppe. Die Wahl des Namens begründete sie damit, daß dieser Name deshalb perfekt zu ihr paßt, weil die unmittelbaren Nachkommen nach Josephine’s Autounfall - die ersten und ursprünglichen Ragdolls also - völlig schmerzunempfindlich und bewegungsbehindert waren und sich total schlaff hängen ließen, wenn man sie hoch nahm. Ann Baker behauptete, daß dieses angeblich durch den Autounfall erworbene Wesensmerkmal an alle Nachkommen Josephine’s weitervererbt würde, somit auch immer bleibender Teil der vererbbaren Genetik wäre, und diese Rasse dadurch auch etwas Einzigartiges in der Katzenwelt darstellt. Durch die Behauptung, daß die Ragdoll sowohl schmerzunempfindlich als auch bewegungsbehindert wäre, und mit ihrer Geschäftstüchtigkeit, machte sich Ann Baker natürlich keine Freunde und viele bedeutende Züchter, wie z.B. die Familie Dayton, distanzierten sich schnell von der "Gründerin" der Rasse Ragdoll. Dieses Märchen könnte man ebenso, wie die meisten Märchen, mit dem Satz beenden … und wenn sie nicht gestorben sind … Soviel zum (Ammen)märchen der Ragdolls.
Daß Ann Baker bei der Ragdollzucht hauptsächlich nur das Geld im Auge hatte, glaubten spätestens dann alle, als sie den Namen Ragdoll urheberrechtlich schützen ließ und sie von allen Käufern "ihrer" Rasse, die später damit züchteten, für jedes verkaufte Ragdollkitten eine Provision verlangte. Viele Züchter vertreten heute die Meinung, daß Ann Baker die Ragdoll zwar ins Leben gerufen hat, aber die wirklichen "Anfangs-Züchter" der Ragdoll Denny und Laura Dayton (Blossom-Time Cattery) und Georgann Chambers (Ragnarok Cattery) waren.
Denny Dayton führte unmittelbar, nachdem er sich von Ann Baker gelöst hatte, die sogenannte Genetikkarte ein, in der er jede Ragdoll stammbaummäßig erfaßte. Diese Genetikkarte wird auch heute noch geführt, wenn auch nicht mehr von Denny Dayton, der vor etwa vier Jahren die Führung aus Altersgründen an Charlie Myers übertrug. Diese Genetikkarte entwickelte sich im Laufe der Zeit zu dem wohl größten Stammbaum aller Katzenrassen, in dem fast alle registrierten Ragdollzuchttiere dieser Welt lückenlos bis zu den Ursprungskatzen dieser Rasse zurückverfolgt werden können.
Wie sind sie wirklich? Zuerst einmal ist die Ragdoll genauso schmerzempfindlich wie jede andere Katzenrasse auch! Sie hat ein sehr freundliches Wesen, ist sehr neugierig, will überall dabei sein und seinen zweibeinigen Freund immer unterstützen und mithelfen. Sie wollen einfach Mitglied in der Familie sein, dazu gehören und nicht "NUR" Katze sein. Die Ragdoll liebt es, mit ihrem Menschen das Bett, die Couch, das Handtuch, um nur ein paar Dinge aufzuzählen, zu teilen und sie danken es mit viel Liebe und Treue.
Die Ragdoll sollte schon aus dem oben erwähnten Grunde, aufgrund ihrer Menschenbezogenheit, nicht ständig oder überwiegend alleine sein. Sie sollte einen vierbeinigen Kameraden haben dürfen, wenn man voll berufstätig ist. Ich denke aber, daß es für keine Katze gut ist, wenn sie täglich acht bis zehn Stunden oder mehr alleine ist.
Auch von einer Bewegungsbehinderung kann keine Rede sein. Wenn die Ragdoll ihre Spiel-, Renn- und Actionphase hat, dann kann man sie durch die Wohnung flitzen und springen sehen, daß einem schwindelig werden kann. Durch ihren etwas größeren und schwereren Körperbau mag sie manchmal etwas plumper wirken, wie beispielsweise eine geschmeidigere und schlankere Katzenrasse. Hier aber von einer Bewegungsbehinderung zu sprechen ist schlichtweg falsch.
Die bezaubernde Semilanghaarkatze mit dem Namen Ragdoll besticht ihre Liebhaber nicht nur durch ihr charmantes Wesen, sondern sie spricht auch mit der Vielfalt ihrer Versionen ein breites Publikum von Katzenfans an. Denn die Raggies haben in Bezug auf ihr Outfit einiges zu bieten:
Die Bicolour zeigt ein umgekehrtes "V" im Ragdollgesichtchen. Dieses "V" darf laut FIFé-Standard in seiner Größe variieren, soll aber höchstens bis zum äußeren Augenrand reichen. Ob großes oder kleines "V", ist eine Sache des Geschmacks. Attraktiv ist es allemal, und wenn es auf beiden Seiten gleichmäßig ist, ist es perfekt. Im Idealfall hat die Bicolour vier weiße Beine und einen weißen Bauch. Die Rückendecke soll geschlossen und etwas heller als die Pointfarbe sein. Wenn die Bicolour einen weißen Rückenfleck hat oder die Rückendecke nicht ganz geschlossen ist, wird es standardmäßig toleriert und nicht als Fehler gewertet. Die Nase sowie die Fußballen sind rosa. Die Bicolour war die erste Version der Ragdoll, die in der FIFé zum 01.01.1992 anerkannt wurde.
Die Colourpoint ist mit der Siam- oder Perser-Colourpointzeichnung identisch. Sie zeigt wie die Siam Farbe (Points genannt) im Gesicht, an den Ohren, den Beinen, den Pfoten und am Schwanz. Die Points sollen dunkler sein als die Körperfarbe. Die Colourpoint ist die Ragdollversion, die, im Gegensatz zu ihren anderen Vertretern, die Farbe Weiß nicht zeigen darf. Fußballen und Näschen sind entsprechend den Points dunkel. Die Ragdollcolourpoint ist seit dem 01.01.1997 in der FIFé anerkannt.
Die dritte Version der Ragdoll ist die Mitted. Diese Version ist erst seit dem 01.01.1999 anerkannt und hat den schwersten Weg bis zu ihrer Anerkennung in der FIFé gehabt. Die Mitted hat an den Vorderpfoten weiße Handschuhe. Die Hinterbeine sollen mindestens bis zur Ferse und höchstens bis Mitte Oberschenkel weiß sein. Das Kinn der Mitted-Ragdoll muß weiß sein. Dieses Weiß setzt sich in einem weißen, ununterbrochenen Streifen, der beliebig breit sein darf, über die Brust und den Bauch, bis zum unteren Schwanzansatz fort. Auf dem Nasenrücken kann die Mitted-Ragdoll mit oder ohne weißen Streifen (Blesse) sein. Es wird beides gleichrangig bewertet und ist - wie die Größe des "V’s" bei der Bicolourversion - reine Geschmacksache. Die Farbe des Nasenspiegels ist bei der Mitted-Ragdoll dieselbe wie die Pointfarbe und die Fußballen sind rosa.
Diese drei bezaubernden Ragdollversionen gibt es in den vier Farben seal, blue, chocolate und lilac. Bei den Farben Chocolate und Lilac scheiden sich jedoch die Geister. Die Ragdoll braucht, wie die anderen Pointkatzen auch, relativ lange bis sie ihre endgültige Farbe entwickelt hat. So mußte in der Vergangenheit manches Jungtier, das für chocolate- oder lilacfarben gehalten und auch in seinem Stammbaum so registriert wurde, umgeschrieben werden, weil es sich erst mit zunehmendem Alter vollständig "ausgefärbt" hatte. Auch im Wachstum gilt die Ragdoll als Spätentwickler. Vollständig ausgewachsen ist eine Ragdoll erst im Alter von circa vier Jahren.
Seit kurzer Zeit gibt es in der Ragdollwelt neue Farben und Zeichnungen. Diese sind in der FIFé nicht anerkannt. Die Ragdolls kann man neuerdings auch in Tabby - bei den Ragdolls auch Lynxpoint genannt - in Tortie und Torbie sowie auch in den Farben Red (rot) und Creme haben. Einige Züchter praktizieren die Zucht mit diesen neuen Farben und Zeichnungen auch schon in Deutschland. Die Meinungen hierüber gehen jedoch weit auseinander. Man kann an dieser Stelle nur hoffen und an alle appellieren, daß sich Züchter der "neuen Ragdolls", aber auch die "traditionellen" Ragdollzüchter ihrer Verantwortung für die Rasse voll bewußt sind und die Gesundheit und das typische Ragdollwesen immer an erster Stelle stehen

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